Hintergrund-Informationen rund um das Projekt Vesperkirche

Die Idee...

1995 wurde die erste Vesperkirche in der Stuttgarter Leonhardskirche eröffnet. Mittlerweile arbeiten in den 20 württembergischen Vesperkirchen über 2.000 Mitarbeitende ehrenamtlich mit, täglich kommen rund 3.500 Besuchende.
Der Impuls für ein Vesperkirchen-Projekt ging dabei stets von der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie aus. Darüber hinaus werden jedoch verschiedene örtliche Kooperationspartner gewonnen.

Über mehrere Wochen hinweg wird eine warme Mahlzeit kostenlos oder für einen symbolischen Beitrag ausgegeben - wer kann, darf aus Solidarität gerne mehr bezahlen! Darüber hinaus wird das Essensangebot meist durch Andachten, Beratungsangebote, Servicedienste sowie Kulturangebote und ähnlichem ergänzt.
Waren die Vesperkirchen in ihren Anfängen vor allem als „Armenspeisung“ gedacht, steht heute überall die Begegnung über Milieugrenzen hinweg im Vordergrund („Leben teilen“ oder „Gemeinsam an einem Tisch“).

Armut bekommt damit ein Gesicht, Solidarität kann geweckt werden.

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Armut in der Stadt

In der Arbeit der Diakonischen Bezirksstellen im Landkreis Ludwigsburg erleben wir täglich: Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf, die soziale Polarisierung nimmt zu. Immer mehr Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Migrationshintergrund schlittern an der Armutsgrenze entlang oder rutschen ab. Die Nachfrage nach Sozialrechtsberatung, wie nach finanzieller oder materieller Nothilfe hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.
Gleichzeitig erleben die Kirchengemeinden, dass in einer gesicherten Mittelschicht die Ansicht „Bei uns gibt es doch keine wirklich Armen“ immer noch weit verbreitet ist. Die Vesperkirche will auf diesem Hintergrund Bewusstsein dafür wecken, dass etwas im Argen liegt. Sie soll ein deutliches Zeichen sein – mitten in der Stadt.

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Kirche, ihre Diakonie und die Stadt

In der Diskussion über die aktuellen sozialen Entwicklungen spielt die sich verstärkende Polarisierung innerhalb der Städte eine bedeutende Rolle.
Mit ihrer Diakonie stellt sich die Kirche nicht nur individuell sondern auch institutionell der Not in der Stadt.

Mit dem Projekt Vesperkirche möchte die evangelische Kirche und ihre Diakonie das Thema Armut nun aus ihren Beratungszimmern herausholen und einen Begegnungsraum über Milieugrenzen hinweg schaffen.
Allen - und insbesondere Armen - soll die Erfahrung ermöglicht werden: „Wir haben Platz in der Kirche; wir werden wahrgenommen; wir sind ein Teil der Kirche und damit auch ein Teil dieser Gesellschaft“.
Die Erfahrung in anderen Städten zeigt zudem, dass die Impulse der Vesperkirchen über die kirchliche Gemeindearbeit hinaus auch in andere gesellschaftliche Gruppierungen hineinwirken und die (tätige) Solidarität in den Städten fördern.

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